Les instruments du calcul savant > Instruments d'intégration conservés au musée des arts et métiers |
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Integraph Integraph mit Gelenkparallelogramm-Mechanismus, nach Abdank-Abakanowicz (große Ausführung) Wie bereits anhand mehrerer Instrumente aus den Sammlungen des CNAM erwähnt, stellte das Problem der genauen Übertragung einer aus dem Verlauf einer gegebenen Kurve entnommenen Richtung auf ein Schneidenrad eine zentrale Frage bei der Konstruktion eines funktionsfähigen Integraphen dar, mit der sich Bruno Abdank-Abakanowicz (1852-1900) schon seit dem Ende der 1870er Jahre befaßte. Nach seiner Übersiedlung von Warschau nach Paris hatte die Bearbeitung dieses Problems durch den Kontakt mit David Napoli (1840-1890) eine neue Dynamik bekommen, die sogar in den Beginn einer Kleinserienfertigung durch die Fa. Barbier in Paris mündete (siehe CNAM 44165-0001-). Doch es bedurfte der Erfahrung und des Einfallsreichtums eines Gottlieb Coradi (1847-1929), um eine Lösung zu finden, die wirklich in eine dauerhafte und erfolgreiche Serienfertigung führen konnte. Das ihm gebührende Lob wurde denn auch von Abdank-Abakanowicz großzügig formuliert: "Herr Coradi in Zürich, der bekannte Erbauer von Präzisionsinstrumenten, hat sich mit der Konstruktion unserer Integraphen beschäftigt; dieselben werden jetzt von ihm in korrekter Weise ausgeführt. Herr Coradi hat von den früher konstruirten Instrumenten nur das Grundprinzip behalten; die mechanische Verwirklichung dieses Prinzips und die Uebertragung der Bewegung vom Richtlineal auf die Rolle, die in musterhafter Weise durchgeführt wurde, sind ausschließlich ihm zu verdanken" (Abdank-Abakanowicz 1889, 59). Die eigene Firma von Gottlieb Coradi war 1880 in Zürich gegründet worden, nachdem er von 1874 bis 1880 in Kempten zusammen mit seinem Schwager Albert Ott die Firma Ott & Coradi betrieben hatte. Ott und Coradi hatten sich in ihren Gesellenjahren bei Starke & Kammerer in Wien kennengelernt und unter anderem auch die Bekanntschaft mit den bei Starke & Kammerer hergestellten Planimetern (Orthogonalplanimeter der Bauart Wetli-Starke, Polarplanimeter der Bauart Miller-Starke) gemacht. In Zürich widmete Coradi sich fast ausschließlich der Planimeterherstellung, wobei ein neuer Schwerpunkt die Anfertigung von sogenannten Präzisionsplanimetern war, die die jeweils besten Eigenschaften der Orthogonal- und der Polarplanimeter in sich zu vereinen suchten. Dies machte Gottlieb Coradi geradezu prädestiniert für die mechanische Vollendung der Ideen von Abdank-Abakanowicz und Napoli. Integraph Coradi, nach Abdank-Abakanowicz; Fig. 62 aus Abdank-Abakanowicz 1889, 65 Die von Coradi verwendete und in Ansätzen auch schon von Abdank-Abakanowicz und Napoli berührte Lösung der Aufgabe bestand im Einsatz eines Gelenkparallelogramms, das auf der obigen Abbildung deutlich zu erkennen ist. Dieser imgrunde einfachste Mechanismus zur Richtungsübertragung - je zwei gegenüberliegende Seiten bleiben in einem Gelenkparallelogramm stets parallel zueinander - mußte "nur noch" dem Sachverhalt Rechnung tragen, daß die Abstände der zueinander parallel bleibenden Seiten sich bei einer Veränderung der Form des Parallelogramms mitverändern. Das ist jedoch in jedem Parallelogramm-Mechanismus so, und daher war die zusätzliche Abstandsveränderung, die bei einem Integraphen durch den wechselnden Abstand zwischen Fahrstift und Schneidenrad eingeführt wird, kein weiteres oder gar neues Problem. Coradi löste es, zusammen mit der erforderlichen Leichtgängigkeit des Instruments, indem er sämtliche Gleitverbindungen, die es im Instrument gab, als auf Schienen rollende Spurwagen ausführte. Die Widerstände, die sich notwendigerweise bei "hintereinandergeschalteten" Gleitverbindungen ergeben, wurden so auf ein Minimum reduziert und erlaubten die leichtgängige Steuerung des gesamten Instruments allein durch die Fahrstiftbewegung. Integraph Coradi, Instr.-Nr. 51 (CNAM), Gesamtansicht (Bild.-Nr. = Inv.-Nr.) Integraph Coradi, Instr.-Nr. 51 (CNAM), Gesamtansicht Der Vergleich zwischen der Zeichnung aus Abdank-Abakanowicz' Buch von 1889 (die französische Erstausgabe von 1886 enthält noch keinerlei Hinweis auf eine Zusammenarbeit mit Coradi) und dem Photo des in den Sammlungen des CNAM befindlichen Seriengeräts mit der Instr.-Nr. 51 aus etwa 1901 zeigt, daß sich an der Bauform bis dahin praktisch nichts verändert hatte - ein Beweis dafür, wie ausgereift die Konstruktion Coradis von Anfang an war. Integraph Coradi, Instr.-Nr. 51 (CNAM), Detail Schneidenrad (Bild.-Nr. = Inv.-Nr.) Erst um 1903 begann eine Neukonstruktion nach Ideen von Henri Lossier die bisherigen Ausführungen abzulösen. |
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