Les instruments du calcul savant > Instruments d'intégration conservés au musée des arts et métiers

Demonstrationspolarplanimeter

Demonstrationspolarplanimeter
Hersteller: A. Gavard (Paris?); Instr.-Nr.: keine; Baujahr: 1880
Standort: CNAM, Inv.-Nr. 09513-0000-
Sonstiges: Zugang durch Kauf 1880; signiert »planimètre Amsler« (lt. Dossier) Fahrarmlänge rund 1 m. Ausführung für Anschauungs- und evtl. auch Vorführungszwecke
Literatur: Amsler 1856; Cat. CNAM 1905, 156, Cat. CNAM 1942, 128

Demonstrationspolarplanimeter, CNAM 09513-0000-

Wie schon erwähnt (vgl. CNAM 08236-0000-), lassen sich die physischen Dimensionen des Polarplanimeters nahezu problemlos allen Erfordernissen anpassen, ohne seine Funktionsweise zu beeinträchtigen (bei den Orthogonalplanimetern wäre das nur mit großen Schwierigkeiten möglich). Daher lag es nahe, auch Demonstrationsinstrumente anzufertigen, die z. B. den Besuchern einer Ausstellung oder eines Museums die Möglichkeit boten, an einem robusten Modell die Funktionsweise des Instruments zu ergründen. Das hier gezeigte Modell kam 1880 durch Ankauf ins CNAM; es ist daher zu vermuten, daß es sich um das Ergebnis des Auftrag des CNAM an A. Gavard handelte, ein solches Demonstrationsmodell für Ausstellungszwecke herzustellen.

Im Gegensatz einigen anderen Demonstrationsmodellen, die sich verschiedentlich in den größeren technischen Museen der Welt finden lassen, ist dieses Modell jedoch etwas außergewöhnlich. Es handelt sich nämlich nicht um ein reines Vorführ-Planimeter, das lediglich auf Robustheit und einfache Handhabung ausgelegt sein muß, sondern um ein liebevoll gestaltetes Instrument, das zugleich die Vergrößerung eines typischen Amsler-Planimeters aus der Entstehungszeit des Modells im Maßstab ca. 5 : 1 darstellt.

Es bleibt hinzuzufügen, daß Polar- oder Linearplanimeter in vergleichbarer Größe nicht nur dem Ausstellungs- oder Museumsbereich vorbehalten blieben, sondern noch in einem ganz anderen Gebiet Anwendung fanden: bei der Vermessung von Tierfellen oder -häuten. Diese sogenannten "Leder-Planimeter" mußten einem Umfahrungsbereich von rund 3 x 2 m2 besitzen, um bei den üblichen Fellen oder Häuten sichere Ergebnisse liefern zu können. Solche Planimeter erscheinen jedoch erst ab etwa 1904/05, sowohl in der Patentliteratur als auch in Form konkreter Instrumente. Das hängt damit zusammen, daß erst um diese Zeit herum die Bewertung von Fellen nach ihrer Größe international eingeführt wurde.

Demonstrationspolarplanimeter, Detail