Les instruments du calcul savant > Instruments d'intégration conservés au musée des arts et métiers |
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Orthogonalplanimeter Orthogonalplanimeter mit Kegel/Rolle-Mechanismus, nach Oppikofer Das Orthogonalplanimeter von Heinrich Rudolf Ernst (1803-1863), der ab etwa 1830 in Paris wirkte, war das Planimeter, das zuerst für das Bekanntwerden der Möglichkeit mechanischer Integration sorgte. Daher war anfangs - und im französischen Sprachraum noch länger - immer vom "Ernstschen Planimeter" und damit indirekt von Ernst als seinem Erfinder die Rede; es gibt jedoch eine längere Vorgeschichte zu diesem Instrument. Tito Gonnella (1794-1867), einer der beiden wirklichen und voneinander unabhängigen Erfinder des Orthogonalplanimeters, hatte um die Mitte der 1820er Jahre versucht, Teile der von ihm entworfenen Instrumente in der schon damals für ihre feinmechanischen Fähigkeiten bekannten Schweiz herstellen zu lassen. Nach Lage der Dinge kann nicht ausgeschlossen werden, daß Johannes Oppikofer (1783-1864) um 1826/27 bei dieser Gelegenheit von einem der geplanten Instrumente bzw. der Pläne hierzu Kenntnis bekam und darauf basierend selbst ein entsprechendes Kegel/Rolle-Instrument bauen ließ. Das Oppikofersche Instrument wurde von dem Mechaniker Johannes Pfäffli (1802-1828) begonnen, nach dessen frühem Tod durch Ernst um 1828 fertiggestellt und 1829 der Berner Naturforschenden Gesellschaft vorgestellt. So kam Ernst in Verbindung zu "seinem" Planimeter. Der derzeitige Aufenthaltsort des Instruments ist unbekannt; um 1900 war es noch in Bern. Ernst scheint, zur Zeit seiner Übersiedlung nach Paris, zunächst ein weiteres Instrument spätestens 1833/34 auf eigene Faust hergestellt zu haben; er stellte 1834 in Paris dieses "sein" Planimeter vor, erhielt 1837 dafür einen Teil des Prix Montyon (mit einer Würdigung von Poncelet) und wurde 1839 mit einer Silbermedaille ausgezeichnet. Von Arthur-Jules Morin (1795-1880) und 1840 von Léon Lalanne (1811-1892) wurden anschließend einige kleinere Verbesserungen am "Ernstschen" Planimeter vorgenommen. Zur weiten Verbreitung der Kenntnisse über das in Paris vorgestellte Instrument trug ein vielzitierter und -reproduzierter Artikel des Comte de Lambel bei, der 1841 im Bulletin de la Société d'Encouragement pour l'industrie nationale erschien. Es ist zu vermuten, daß spätestens daraufhin eine Kleinserien-Fabrikation stattgefunden hat, die sich nicht nur auf Ernst beschränkte, sondern auf mehrere Hersteller verteilte. Zeichnung des Ernstschen Orthogonalplanimeters (aus Lambel 1841) Orthogonalplanimeter von Ernst, CNAM 02624-0000 Schon um diese Zeit herum muß jedoch die vermeintliche Urheberschaft von Ernst infragegestellt worden sein. Während das Exemplar des CNAM (bei dem es sich möglicherweise um das Instrument handeln könnte, das auch der Académie des Sciences vorgeführt wurde) noch die schlichte Inschrift "Ernst, rue de Lille, 11 Paris" trägt, sah sich Ernst bei einem wohl späteren Instrument (heute in Aarhus/Dänemark) veranlaßt, die Inschrift "Inventé par Oppikofer, Géomètre, Perf[ection]n[é] par R. Ernst rue de Lille N 11 à Paris" zu wählen. Orthogonalplanimeter von Ernst, Detail (Anzeigevorrichtung, Inschrift) |
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